Migration zu All-IP

07. Juli 2016

Mit der richtigen Strategie gelingt Unternehmen der Umstieg zu All-IP. Die IP-Telefonanlage vor Ort oder in der Cloud arbeitet perfekt mit neuen IP-Telefonen zusammen, dennoch müssen Altgeräte nicht unbedingt ausrangiert werden.

Grafik Migration zu All-IP

Die Umstellung auf All-IP ist für Unternehmen nur noch eine Frage der Zeit, denn die herkömmlichen Telefonanschlüsse werden nach und nach abgeschaltet. Höchste Zeit, eine Strategie für die Migration zu All-IP zu entwickeln. Viele Vorteile für Unternehmen bringt der Umstieg jetzt schon. Unternehmen können heute schon bei O2 All-IP-Festnetzanschlüsse speziell für den Business-Einsatz buchen.

Mit All-IP sind verschiedene Tarifmodelle für Internet und Telefonie zur Auswahl möglich. Für jedes Unternehmen ist das richtige Abrechnungsmodell dabei, von nutzungsbasierten Angeboten bis zum Inklusiv-Volumen.

Migration: Die richtige Strategie

Vor der Migration von ISDN zu All-IP sollten Unternehmen eine Bestandsanalyse durchführen, um festzustellen, welche ihrer Endgeräte mit der neuen Technik kompatibel sind und welche nicht IP-fähig sind und eventuell ausgetauscht oder ergänzt werden müssen. Denn stellt sich später heraus, dass einige Geräte doch nicht mit der neuen Technik zusammenarbeiten wollen, erhöhen sich Aufwand und Kosten.

Die nächste Überlegung gilt der Anzahl der benötigten Sprachkanäle. Wie viele Mitarbeiter sollen mit Telefonanschlüssen versorgt werden, und welches Wachstum ist in den nächsten Jahren zu erwarten? Für die Bandbreite sollten Unternehmen ermitteln, wie viele Mitarbeiter zu Spitzenzeiten gleichzeitig telefonieren und pro Sprachkanal den Richtwert von 100 KBit/s im Down- und Upstream einkalkulieren. Dazu kommt noch die Internetbandbreite, die für normale Internetaktivitäten übrig bleibt.

Bei der Vorbereitung und Umstellung kann Beratung und technische Unterstützung sinnvoll sein. Systemhäuser, Integrationsspezialisten und natürlich All-IP Anbieter selbst können Unternehmen zur passenden All-IP-Lösung beraten und teure Fehlinvestitionen vermeiden.

Drei Wege zum Ziel

Als nächstes steht die Entscheidung an, wie tiefgreifend die Umstellung auf All-IP im Unternehmen sein soll. Wer ohnehin eine veraltete Telefonanlage betreibt, sollte die Gelegenheit nutzen, diese gegen eine moderne IP-Telefonanlage mit neuen Funktionen und zusätzlichen Kapazitätsreserven zu ersetzen. Hat ein Unternehmen bereits eine IP-fähige TK-Anlage, dann ist der Umstieg besonders einfach. Mit einem Wechsel zu einem All-IP-Anschluss können diese Firmen die Funktionen der Anlage erst ausschöpfen.

Es ist aber auch möglich, eine alte Telefonanlage weiterzunutzen und dieser ein All-IP-Gateway vorzuschalten, das zwischen beiden Technologien vermittelt. Dabei übernimmt ein Voice-Router die Sprachpakete und löst sie für die TK-Anlage in Sprachsignale auf. Der Vorteil dieser hybriden Infrastruktur: Alte ISDN-Telefonanlagen und Endgeräte arbeiten weiter wie bisher und müssen nicht sofort ersetzt oder neu konfiguriert werden.

Eine Alternative zur lokalen TK-Anlage ist die Cloud: Eine Telefonanlage kann heute als Service aus der Cloud bezogen werden. Der Kunde bucht nur noch die Anzahl der Telefonanschlüsse und die Bandbreite, die tatsächlich benötigt werden. Der große Pluspunkt einer solchen virtuellen Telefonanlage aus dem Rechenzentrum ist ihre Skalierbarkeit, denn die Limitierungen einer TK-Hardware vor Ort entfallen.

Geräte nur noch IP-basiert?

In der Industrie 4.0 haben sich IP-gesteuerte Maschinen etabliert, und in den Büros stehen oft schon Netzwerkdrucker und andere IP-basierte Peripheriegeräte. Der nächste logische Schritt sind die Telekommunikationsgeräte. Durch die Umstellung der Telefone und Peripheriegeräte auf IP-Technik wachsen die Netze beim Kunden zusammen und vereinfachen die Verwaltung. Gleichzeitig werden neue Dienste möglich, und Unternehmen profitieren von mehr Flexibilität.

Neue Telefonanschlüsse richten IT-Mitarbeiter mit wenigen Klicks in der Verwaltungssoftware der IP-Telefonanlage ein und stöpseln das Gerät nur noch vor Ort ein. Genauso einfach binden Unternehmen auch Filialen und externe Mitarbeiter an. Alle Kommunikationskanäle können standortübergreifend verwaltet, intelligent vernetzt und zentral gesteuert werden.

Ihre vorhandene Flotte an Endgeräten müssen Unternehmen aber nicht unbedingt einmotten. Wenn zum Beispiel die bestehende ISDN-Anlage mit einem Voice-Router für All-IP flott gemacht wird, können auch die Telefone, Anrufbeantworter und Faxgeräte im Einsatz bleiben. Dies geschieht allerdings auf Kosten von Komfort und Zusatzfunktionen, die nur die neue Generation der IP-Geräte mitbringt. Übrigens sind viele Geräte neueren Datums schon „All-IP ready“. Das bedeutet, dass sie sowohl für den Analog- beziehungsweise ISDN-Anschluss als auch für Voice over IP geeignet sind.

Probleme mit All-IP vermeiden

Bei allen Vorzügen von All-IP sollten sich Unternehmen im Klaren sein, dass bei einer reinen IP-Lösung auch Stolperfallen existieren, die sich mit guter Planung aber umschiffen lassen. Zu Problemen kann es beim Routing von Sprache und Daten durch Fehlkonfiguration kommen. Zu geringe Bandbreiten und fehlendes Quality of Service für die IP-Telefonie beeinträchtigen die Sprachqualität. Hier sollten Verantwortliche im Unternehmen unbedingt ihrem Provider auf den Zahn fühlen, um in Erfahrung zu bringen, wie dieser die Verfügbarkeit sicherstellen will. Eine erhöhte Internetauslastung darf keinesfalls zu einem Ausfall oder einer Beeinträchtigung der Telefonie führen.

Auch an Sicherheitsmaßnahmen sollten Verantwortliche vor der Migration denken, denn eine IP-Telefonanlage kann genau wie andere IT-Technik zum Ziel von Angreifern werden. Wollen Unternehmen individuelle Lösungen wie Türsteuerungen, Gegensprechanlagen oder Alarmanlagen mit der Telefonanlage integrieren, sollten sie vor der Umstellung prüfen, ob dafür die nötigen Schnittstellen vorhanden sind.

Die Ausfallsicherheit ist bei All-IP noch wichtiger als bei getrenntem DSL- und Telefonanschluss. Hier gilt es, besonders genau auf einen erfahrenen Provider mit gutem Geschäftskundenservice zu achten, denn bei einer Internetstörung sind auch die Telefonleitungen im Unternehmen tot. Die Service Level Agreements (SLAs) der All-IP-Verträge sollten Unternehmen daher genau studieren: Diese müssen eine hohe Verfügbarkeit, Erreichbarkeit rund um die Uhr und kurze Reaktionszeiten bei Störungen garantieren.

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