So telefonieren Sie nach der Umstellung von ISDN auf IP

18. März 2016

Für die Migration von ISDN- auf IP-Telefonie stehen im Wesentlichen drei Möglichkeiten zur Verfügung: die Beibehaltung der bisherigen ISDN-Infrastruktur mit passender Schnittstelle zum öffentlichen Netz, die Installation einer IP-fähigen TK-Anlage für den Eigenbetrieb sowie die komplette Auslagerung der Telefonie in eine virtuelle Telefonanlage.

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Die Wirtschaft in Deutschland wächst. Viele Kennzahlen entwickeln sich positiv, Umsätze und auch Gewinne steigen in vielen Branchen. Doch nicht überall laufen die Geschäfte gut, wie Analysen von Creditreform zeigen:

Zwar ging 2016 die Zahl der Insolvenzen im sechsten Jahr in Folge zurück, doch immer noch wurden 123.800 Unternehmen und 78.200 Verbraucher zahlungsunfähig. Rechnungen werden nach wie vor oft zu spät bezahlt. Nachdem der Zahlungsverzug im Zeitraum Juli bis Dezember 2015 im Durchschnitt 9,96 Tage betrug, waren es in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 10,45 Tage und damit knapp ein halber Tag mehr.

Wenn das öffentliche Telefonnetz auf IP-Basis funktioniert, müssen Telefonanlagen in Unternehmen entweder selbst direkt auf IP-Basis arbeiten oder sie benötigen ein Gateway, das für die richtige Übergabe der Telefonsignale zwischen internem und externem Netz sorgt. Für die Migration von ISDN auf IP ergeben sich drei Varianten:

1. Beibehaltung der bisherigen ISDN-Telefonanlage:

Um auch nach der Netzumstellung die vorhandene TK-Anlage mit ISDN weiterbetreiben zu können, benötigen Unternehmen einen Voice-Router, der eine ISDN-Schnittstelle bietet und als Übersetzer in das IP-basierte Next-Generation-Network dient. Diese Variante ermöglicht eine schrittweise Migration auf IP.

Die Beibehaltung der bestehenden Telefonanlage ist für Unternehmen interessant, die ihr funktionierendes System nicht verändern wollen. Wer die erforderlichen Investitionen für eine Modernisierung nicht tätigen möchte oder die neuen Möglichkeiten der Integration von Sprache und Daten nicht für die Unternehmenskommunikation nutzen will, ist mit Voice Access ISDN derzeit gut beraten. Experten raten jedoch auch diesen Unternehmen, sich über die Vorteile zu informieren, die eine IP-Telefonanlage oder die Anmietung einer IP-Centrex – also einer virtuellen Anlage im Netz – mit sich bringen.

Vorteile:

Änderungen nur an der Schnittstelle zum öffentlichen Telefonnetz
Kein Eingriff in das bestehende System

Nachteile:

Weiterhin separate Infrastruktur für TK-Anlage und Datenverarbeitung im Unternehmen
Keine Vereinfachung der Administration
Keine neuen Services wie Kombination mit dem Web für Videokonferenzen
Keine einfache Integration in Software, beispielsweise für besseres Kundenmanagement

Telefonapparate aus verschiedenen Epochen

2. Einrichtung einer IP-fähigen Telefonanlage:

Neuere Telefonanlagen sind meist schon für die Umstellung des öffentlichen Telefonnetzes gerüstet. Sie sind „IP ready“ und lassen sich ohne Zusatzgerät an das öffentliche IP-Netz anschließen.

Neben einem Breitbandanschluss benötigen Unternehmen für die durchgängige IP-Telefonie eine SIP-Verbindung, um Gespräche an die einzelnen Endgeräte zu leiten. Zwei Möglichkeiten sind dafür üblich: Bei einem „SIP-Trunk“ laufen die Gespräche über die normale Internetanbindung, über die Unternehmen beispielsweise auch E-Mails sowie Medienstreaming nutzen. Bei einem dedizierten „SIP-Anschluss“ laufen die Telefongespräche über eine separate eigens dafür vorgesehene IP-Leitung. Das bietet zusätzliche Qualität und Sicherheit.

Telefónica bietet diese Variante unter der Produktbezeichnung Voice Access SIP an. Eine solche durchgängige IP-Telefonielösung ermöglicht große Flexibilität. Sie erlaubt die Integration neuer Dienste wie Unified Communications und die einfache Verzahnung der Telefonie mit Unternehmenssoftware, sodass sich Geschäftsprozesse deutlich verbessern lassen.

Der Betrieb einer eigenen IP-fähigen Telefonanlage eignet sich für alle Unternehmensgrößen, die besondere Anforderungen an die Kommunikation stellen. Vielfach steht bei ihnen die Optimierung von Abläufen im Vordergrund, und im Rahmen der angestrebten Verbesserungen steigen sie auf eine neue SIP-fähige TK-Anlage um.

Vorteile:

Keine neuen Investitionen nötig
Kein Eingriff in das bestehende System

Nachteile:

Weiterhin separate Infrastruktur für TK-Anlage und Datenverarbeitung im Unternehmen
Keine Vereinfachung der Administration

3. Umstieg auf eine virtuelle IP-TK-Anlage:

ine virtuelle Telefonanlage bringt ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Flexibilität. Alle Funktionen einer üblichen Telefonanlage werden in redundanten Rechenzentrum des spezialisierten Anbieters gehostet und netzseitig bereitgestellt. Die Einstellungen der Telefonanlage lassen sich über eine Web-Anwendung konfigurieren. Der Anbieter übernimmt den Betrieb und die Wartung und sorgt regelmäßig auch für die Aktualisierung von Technik und Services. Im Anwenderunternehmen steht keine Telefonanlage mehr. Endgeräte zum Telefonieren werden direkt ans Unternehmens-IT-Netz angeschlossen; hier können sowohl IP-Telefone als auch Clients als Software auf einem Computer oder als App auf einem Smartphone oder Tablet verwendet werden. Die Anlage kann standortunabhängig genutzt werden, also auch an anderen Standorten des Unternehmens oder einfach unterwegs und beim Kunden.

Die virtuelle Telefonanlage von Telefónica heißt Digital Phone. Sie schafft die Voraussetzung für moderne Workplace-Konzepte, die nicht mehr starr an einen speziellen Ort gebunden sind. Ihre Vorteile spielt die virtuelle Telefonanlage bei Unternehmen mit dezentralen Strukturen und hoher Mobilität aus. Dank ihrer einfachen Browser-basierten Administration sind Veränderungen wie schnelles Wachstum, wechselnde Mitarbeiter oder saisonale Schwankungen einfach zu handhaben. Unternehmen, die sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und weder Geld noch Personal in den Betrieb ihrer Kommunikationstechnik investieren wollen, bietet eine virtuelle Telefonanlage eine äußerst attraktive Lösung mit transparentem Pay-per-Use-Tarifmodell.

Vorteile:

Keine Investitionskosten
Keine Wartungskosten
Kostenlose Updates
Flexible Vertragsverhältnisse mit einfacher Anpassung an die reale Nutzung
Integration mehrerer Standorte sehr einfach
Kundenfreundliches „Pay-as-you-use“-Tarifmodell

Nachteil:

Individuelle Sonderlösungen nur mit größerem Aufwand realisierbar

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