eSIM – die Karten werden neu gemischt


05. Februar 2019

Seit knapp 30 Jahren sind SIM-Karten nicht aus dem Mobilfunkbetrieb wegzudenken. Das könnte sich nun ändern: Die eSIM schickt sich an, die Chipkarte auf Plastikträger abzulösen, die für die Identifikation der Mobilfunkteilnehmer sorgt.

Wer bisher ein neues Smartphone in Betrieb genommen hat, musste als erstes eine SIM-Karte in das Gerät legen, um Zugang zum Mobilfunknetz der Wahl zu erhalten. Bei diesem viel geübten Spiel mit Mini-, Micro- oder Nano-SIM werden nun die Karten neu gemischt. Seit einigen Wochen befindet sich mit der eSIM quasi ein Joker im Angebot.

eSIM steht für embedded Subscriber Identity Module. Der Name weist darauf hin, dass die SIM nicht mehr auf einem Plastikträger aufgebracht und auf diesem in das Smartphone, das Tablet oder ein anderes Internet-fähiges Gerät eingeschoben wird, sondern als programmierbarer Chip fest im Gerät eingebaut ist.

Ideal für Wearables

Die eSIM birgt für Gerätehersteller, Netzbetreiber und Nutzer gleichermaßen Vorteile. Für die Entwickler bedeutet die eSIM vor allem einen Raumgewinn im Gerät, den sie für andere Komponenten nutzen können: Misst die bisher kleinste Karte, die Nano-SIM noch 12,3 mm x 8,8 mm x 0,67 mm, sind die Maße der eSIM auf nur noch 6 mm x 5 mm x 0,67 mm geschrumpft. Sie beansprucht damit weniger als ein Drittel des Volumens der Nano-SIM. Kein Wunder also, dass der fest eingebaute Identifikations-Chip als erstes dort auftauchte, wo Platz Mangelware ist: in Smartwatches wie der Apple Watch der Series 3 und Series 4 oder der Samsung Galaxy Watch LTE.

Aber weil die eSIM auch für Nutzer und Netzbetreiber Vorteile bringt, hält sie mittlerweile in Smartphones wie den iPhone-Modellen XS, XS Max und XR sowie in Tablets wie dem iPad Pro Einzug. Generell ist die eSIM von Telefónica mit allen Geräten kompatibel, die den eSIM-Standard der GSMA, der internationalen Vereinigung der Mobilfunkanbieter und -hardwarehersteller, erfüllen.

Der eSIM-Standard sorgt dafür, dass die bisherige Funktionsweise der SIM in eine neue Chip-Architektur überführt wird. Damit ändert sich auch die Art und Weise, wie die Daten und Algorithmen in den SIM-Speicher gelangen. Mussten die Netzbetreiber bei Neuabschlüssen von Verträgen bisher die zugehörigen SIM-Karten noch ressourcen- und zeitaufwändig mit der Post an ihre Kunden schicken, gelangen bei einer eSIM die notwendigen Daten over the air – also per Download über die Funkschnittstelle – auf den Chip. So ist es möglich, dass die neue Rufnummer nun schon wenige Stunden nach Abschluss des Vertrags aktiv ist.

Aktivierung per QR-Code

So waehlen Sie richtig

Das eSIM-Gerät wird mittels eines QR-Codes aktiviert, der nur einmal gültig ist. o2 Business Kunden erhalten diesen im Business Online Service per Download als eSIM-Letter im PDF-Format – auch im Fall, dass das Profil auf der eSIM versehentlich gelöscht wurde oder ein neues oder ein weiteres Gerät unter der gleichen Rufnummer aktiviert werden soll. Sobald der QR-Code gescannt ist, starten der Download des eSIM-Profils und der Installationsvorgang automatisch. Danach ist das Gerät einsatzbereit. 

Mehrere Profile unter einer Rufnummer möglich

Im Fall einer Smartwatch, die selbst keine Kamera zum Scannen des QR-Codes hat, scannt man den QR-Code mit einem Smartphone, das per Bluetooth verbunden ist. Download und Aktivierung erfolgen dann über das Smartphone. Am einfachsten ist es, wenn man für seine Smartwatch eine zusätzliche Multicard bestellt, die man gegen ein embedded-Profil tauscht – Telefónica bietet den Tausch bis 31.12.2019 kostenfrei an.

Wie viele eSIM-Profile man unter einer Rufnummer nutzen kann, hängt vom Tarif ab. Bei den Tarifen von O2 Business sind bis zu fünf Multicards möglich, die flexibel als klassische SIM-Karte und eSIM kombiniert werden können. 
 

Parallele Nutzung von physischer SIM und eSIM

Nutzer von Dual-SIM-Geräten, die mit zwei unterschiedlichen Verträgen und Rufnummern beispielsweise geschäftliche und private Anrufe voneinander trennen, sind allerdings weiterhin auf Smartphones mit zwei SIM-Karten-Slots oder auf Geräte mit einem SIM-Karten-Slot und einer eSIM angewiesen. Obwohl eine eSIM mehrere Profile speichern kann, lässt sich nämlich immer nur eines aktivieren. Die neuen iPhones sind die ersten Smartphones, die die parallele Nutzung von physischer SIM-Karte und eSIM ermöglichen.

Drei Möglichkeiten
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