Zuletzt aktualisiert am 17.12.2025
Der Mobilfunk hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Jede neue Generation von Mobilfunkstandards brachte technologische Fortschritte und eröffnete neue Anwendungsmöglichkeiten. Wir zeigen, welche Anwendungen und Nutzungsszenarien im Laufe der Zeit hinzukamen und was in Zukunft möglich sein wird.
Mobilfunkstandards entwickeln sich in Generationen weiter – das G steht dabei für „Generation“. 1G legte den Grundstein für die mobile Kommunikation. Jede weitere Generation hat neue Dimensionen der Konnektivität eröffnet. 5G verändert bereits heute unser tägliches Leben und industrielle Prozesse. Der Nachfolger 6G befindet sich in der Entwicklung und wird die Möglichkeiten des Mobilfunks noch einmal deutlich erweitern.
Die grundlegenden Rahmenbedingungen und Anforderungen für jeden Mobilfunkstandard legen internationale Standardisierungsgremien fest, etwa die Internationale Fernmeldeunion (ITU – International Telecomunication Union). Die detaillierte Ausarbeitung der technischen Kriterien übernehmen weitere internationale Gremien wie das 3GPP (3rd Generation Partnership Project), in dem mehrere regionale Standardisierungsgremien vertreten sind.
In Deutschland ist die Bundesnetzagentur für die Kontrolle der Umsetzung der Mobilfunkstandards verantwortlich. Sie vergibt außerdem Mobilfunkfrequenzen und kontrolliert die damit verbundenen Versorgungsauflagen wie die Netzabdeckung.
Ab 1978, besonders aber in den frühen 1980er Jahren, legte 1G den Grundstein für die mobile Kommunikation – obwohl die Technologie im Vergleich zu heutigen Standards rudimentär war: 1G-Netze wurden hauptsächlich für Gesprächsübertragung entwickelt und nutzten dafür analoge Frequenzmodulation.
Die Technologie war anfällig für Störungen und Interferenzen, Datenübertragung war praktisch nicht existent, und die Netzwerke waren nicht in der Lage, Textnachrichten oder andere Datenformen zu übertragen.
Da die Netzkapazität gering war, konnten nur wenige Menschen gleichzeitig telefonieren. Die ersten Mobiltelefone waren groß, schwer und hatten eine kurze Akkulaufzeit. Die Verbindungen galten als unsicher, weil analoge Signale leicht abgehört werden konnten.
| Mobilfunkgeneration | 1G |
|---|---|
| Einführung | Ab 1978 |
| Technische Umsetzung | Analog |
| Hauptanwendung | Sprachkommunikation |
| Besondere Merkmale | Analoge Sprachübertragung |
2G brachte die Umstellung von analoger auf digitale Signalübertragung und legte den Grundstein für viele der mobilen Dienste, die wir heute nutzen. Der Mobilfunk der zweiten Generation basierte auf dem technischen Standard GSM (Global System for Mobile Communication). 1991 wurde GSM eingeführt und zum ersten globalen Mobilfunkstandard.
Die digitale Signalübertragung führte zu einer erheblichen Verbesserung der Sprachqualität. Mobilfunknetze wurden robuster und weniger anfällig für Störungen. Durch die Digitalisierung fand auch Verschlüsselung Einzug ins Mobilfunknetz und machte die Übertragungen deutlich sicherer. Mit 2G und GSM erfolgte auch die Einführung des Short Message Service (SMS). Fortan konnten Nutzer Textnachrichten von einem Mobiltelefon zum anderen senden.
Zudem ermöglichte 2G auch die Übertragung von Daten – zunächst jedoch mit sehr geringen Geschwindigkeiten. Technologien wie GPRS (General Packet Radio Service, ab 2001) und EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution, ab 2006) brachten einfache Internetdienste auf die Mobiltelefone – beispielsweise das Abrufen von E-Mails und das mobile Aufrufen von Websites.
| Mobilfunkgeneration | 2G |
|---|---|
| Einführung | Ab 1991 |
| Mobilfunkstandards (Technische Umsetzung) | GSM, GPRS, EDGE |
| Datenrate | Bis zu 256 Kbit/s |
| Latenz | Mittel (150-500 ms) |
| Hauptanwendung | Sprachkommunikation, SMS |
| Besondere Merkmale | Digitale Sprachübertragung, SMS |
3G baute ab 2001 auf der 2G-Technologie auf und ermöglichte es, mobile Datenverbindungen in einer zuvor nicht gekannten Geschwindigkeit und Qualität zu nutzen. Die technischen Standards trugen die Bezeichnungen UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) und HSPA(+) (High Speed Packet Access).
Mit UMTS war es erstmals möglich, das Internet auf mobilen Geräten sinnvoll zu nutzen. Nutzer konnten nun komplexere Dienste wie Videoanrufe in Anspruch nehmen und Musik und Videos streamen. Smartphones entwickelten sich zu leistungsstarken Mini-Computern. Es entstanden App-Stores, die eine Vielzahl von Anwendungen für nahezu jede erdenkliche Aufgabe boten. Soziale Netzwerke, Navigationsdienste, Business-Apps und viele weitere Anwendungen fanden durch 3G ihren Weg auf Handys und prägten die Art und Weise, wie wir heute unsere mobilen Geräte nutzen.
3G reduzierte die Reaktionszeiten (Latenz) bei der Nutzung von Online-Diensten erheblich. Die verbesserte Kapazität und Verfügbarkeit der Mobilfunknetze machten es möglich, dass mehr Nutzer gleichzeitig online sein konnten.
| Mobilfunkgeneration | 3G |
|---|---|
| Einführung | Ab 2001 |
| Mobilfunkstandards (Technische Umsetzung) | UMTS, HSPA, HSPA+ |
| Datenrate | Bis zu 42 Mbit/s |
| Latenz | Mittel (50-100 ms) |
| Hauptanwendung | Mobiles Internet, E-Mail, Videoanrufe |
| Besondere Merkmale | Mobile Datenübertragung, Videoanrufe |
Der entscheidende Fortschritt von 4G war die Weiterentwicklung des Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution). Die Entwicklungsstufen LTE+ bzw. LTE Advanced und LTE Advanced Pro ermöglichen Datenübertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s im Download und bis zu 100 Mbit/s im Upload. Diese Geschwindigkeiten lassen Sie anspruchsvolle Anwendungen wie HD-Video-Streaming, Online-Gaming und Videokonferenzen reibungslos auf mobilen Geräten nutzen.
4G nutzt ein vollständig IP-basiertes Mobilfunknetz (Internet Protocol). Dadurch können Sprach- und Datenkommunikation über das gleiche Netz abgewickelt werden. Im Vergleich zu 3G vereinfacht das die Netzwerkinfrastruktur und senkt die Betriebskosten. Voice over LTE (VoLTE) steigerte zudem die Qualität bei Sprachanrufen deutlich im Vergleich zu 2G und 3G.
Ein weiterer Meilenstein von 4G war die Einführung von Carrier Aggregation. Diese Technologie nutzt mehrere Mobilfunkfrequenzen gleichzeitig, um die verfügbare Bandbreite zu maximieren und höhere Datenraten zu erreichen. Dies ist besonders in städtischen Gebieten von Vorteil, wo viele Nutzer gleichzeitig mit dem Mobilfunknetz verbunden sind.
| Mobilfunkgeneration | 4G |
|---|---|
| Einführung | Ab 2009 |
| Mobilfunkstandards (Technische Umsetzung) | LTE+/LTE-A, LTE-A Pro |
| Datenrate | Bis zu 1 Gbit/s |
| Latenz | Niedrig (10-50 ms) |
| Hauptanwendung | HD-Video-Streaming, Online-Gaming |
| Besondere Merkmale | VoLTE, Carrier Aggregation |
5G führt zu einer tiefgreifenden Transformation der Vernetzung von Geräten und Systemen weltweit. Es fördert den Ausbau des Internets der Dinge (IoT), in dem Milliarden von Geräten miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten.
Mit theoretischen Datenübertragungsraten von bis zu 20 Gbit/s ermöglicht 5G Downloads großer Datenmengen in kurzer Zeit und bietet eine verbesserte Leistung bei datenintensiven Anwendungen wie beispielsweise Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Durch Latenzzeiten von theoretisch unter 1 Millisekunde ist 5G eine Schlüsseltechnologie für Anwendungen, die Echtzeitkommunikation benötigen. Dazu zählen autonomes Fahren, Echtzeit-Gaming und kritische industrielle Anwendungen.
Zudem ist 5G besonders energieeffizient. Neue Technologien und Protokolle reduzieren den Energieverbrauch von IoT-Geräten, was deren Batterielebensdauer verlängert und den Betrieb nachhaltiger macht.
| Mobilfunkgeneration | 5G |
|---|---|
| Einführung | Ab 2019 |
| Mobilfunkstandards (Technische Umsetzung) | NR (New Radio) |
| Datenrate | Bis zu 20 Gbit/s |
| Latenz | Sehr niedrig (1 ms) |
| Hauptanwendung | IoT, Echtzeit-Kommunikation |
| Besondere Merkmale | Ultra-reliable low latency, Massive IoT |
Forscher und Ingenieure arbeiten bereits intensiv an der sechsten Generation des Mobilfunks. 6G soll ab etwa 2030 die bereits beeindruckenden Fortschritte von 5G noch weiter übertreffen und eine völlig neue Dimension der mobilen Konnektivität erschließen.
Prognosen zufolge könnten 6G-Netze Daten mit bis zu 1 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) übertragen. Damit wären z. B. Anwendungen wie Holografie, hochauflösende immersive Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) in ungeahnter Qualität möglich.
Ein zentrales Ziel von 6G ist die nahtlose Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) in die Netzwerkarchitektur. KI und ML werden eine entscheidende Rolle bei der Verwaltung der Komplexität von 6G-Netzen spielen, indem sie Datenströme analysieren, Vorhersagen treffen und selbstständig Anpassungen am Netz vornehmen. Dafür bedarf es allerdings weiterhin intensiver Forschung und Entwicklung sowie internationaler Standardisierung.
| Mobilfunkgeneration | 6G |
|---|---|
| Einführung | Ab ca. 2030 |
| Mobilfunkstandards (Technische Umsetzung) | Noch in Entwicklung |
| Datenrate | Bis zu 1 Tbit/s |
| Latenz | Extrem niedrig (Mikrosekunden) |
| Hauptanwendung | KI-Integration, Holografie |
| Besondere Merkmale | Extrem hohe Datenraten, KI-Integration |
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Ein Mobilfunkstandard ist eine technische Norm, die die Spezifikationen und Verfahren für die drahtlose Kommunikation zwischen mobilen Geräten und Netzwerken definiert. Diese Standards legen fest, wie Daten und Sprache über Funkwellen übertragen werden, um die Kommunikation und Vernetzung von Mobiltelefonen und anderen drahtlosen Geräten zu ermöglichen.
1G, 2G, 3G, 4G, 5G und 6G bezeichnen die verschiedenen Mobilfunkgenerationen, die jeweils bedeutende technologische Fortschritte in der Datenübertragung und Netzwerkkapazität repräsentieren. Jede Generation bringt neue technische Standards und Verbesserungen in der Geschwindigkeit, Effizienz und Funktionsvielfalt mit sich: von der analogen Sprachübertragung in 1G bis hin zu den schnellen und vernetzten Systemen der Zukunft in 6G.
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